Lokreport

24.06.2007

Tram 25 fährt wieder mit neuer Oberleitung

Mit einem großen Festakt in Grünwald wurde die Münchner Trambahnlinie auf der Strecke von der Großhesseloher Brücke zum Derbolfinger Platz am Samstag, 23. Juni 2007, wieder in Betrieb genommen. Die quälend lange Zeit des Schienenersatzverkehrs ist damit zu Ende gegangen. Jetzt fährt die Trambahn zwar noch ohne einen Betreibervertrag zwischen dem Landkreis München und der MVG, aber mit einer neuen technischen Ausrüstung.


Bild: Aktion Münchner Fahrgäste

Jan Neusiedl, 1. Bürgermeister von Grünwald, freute sich von ganzem Herzen über die Wiederinbetriebnahme der Traditionslinie von München nach Grünwald. Die Trambahn erfreut sich aber nicht nur bei den Fahrgästen größter Beliebtheit - auch der Gemeinderat steht einstimmig hinter allen Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau des Schienenverkehrsmittels. Neusiedl hat sich sofort nach seinem Amtsantritt im Mai 2002 um den Fortbestand der Trambahnlinie gekümmert. Denn die Münchner Stadtwerke wollten einen wesentlichen Finanzierungszuschuß, sogar die 'Entbindung von der Betriebspflicht' stand schon kurz bevor. Aber in vielen Verhandlungsrunden zwischen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), dem Landkreis München und der Gemeinde Grünwald wurden immer mehr tragfähige Lösungen gefunden. Die Wendeanlage in Grünwald wurde schon wieder in Stand gesetzt und nun zuletzt auch die gesamte Oberleitung erneuert. Grünwald setzt sich aber auch für den Komfort der Fahrgäste ein: 32.000 Euro hat der neue Fahrkartenautomat gekostet, der jetzt direkt an der Haltestelle steht. Die schönen und charakteristischen Wartehäuschen wurden renoviert und die Gemeinde sorgt jetzt für die Reinigung. Die dynamische Fahrplananzeige wird demnächst an den Haltestellen in Grünwald für eine noch bessere Information der Fahrgäste sorgen.

Die Fahrgastzahlen sind sehr zufriedenstellend und interessant ist auch, daß viele Berufspendler morgens mit der Trambahn entgegen der eigentlichen Lastrichtung nach Grünwald fahren. Es arbeiten mehr Münchner in Grünwald als umgekehrt. Dies sorgt natürlich für eine bessere Wirtschaftlichkeit.

An der Enhaltestelle wurde das Wandgemälde frisch renoviert. Es zeigt nicht nur den historischen A-Wagen, sondern auch den Ehrenvorsitzenden des Münchner Trambahnmuseums Bernd Helbig, den Eisbären und Publikumsliebling Knut aus Berlin und den Hund aus dem Vorzimmer des 1. Bürgermeisters.

Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung, kam zum freudigen Ereignis nach Grünwald. Er freute sich über die wachsenden Fahrgastzahlen in München und erklärte die Tram 25 zur schönsten Trambahnlinie Deutschlands. Daß beim Buspendelverkehr nicht immer die Anschlüsse klappten, mußte er allerdings zugeben. So war die vorübergehende Einstellung des Trambahnbetriebes mit der Sicherheit der Wiedereröffnung für alle Zweifler am Nutzen dieser Einrichtung eine heilsame Zeit. Die vereinzelten Stimmen, die sich für einen Busbetrieb aussprachen sind gänzlich verstummt.

Heiner Janik, Landrat vom Landkreis München, gab jedem den Rat, Aktien und Straßenbahnen niemals nachzulaufen. Er hatte nur die besten Wünsche für die Trambahn und war mit den getroffenen Vereinbarungen zufrieden.

Eine Verschlechterung im Taktangebot der Tram 25 war im Jahr 1989 der Anlaß zur Gründung der Aktion Münchner Fahrgäste. Selbstverständlich setzte sich diese Fahrgastorganisation stets für 'ihre' Linie ein. Und Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste, freut sich: 'Jetzt bin ich mir sicher, daß wir im Jahr 2010 ein glanzvolles Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen dieser Linie feiern werden. Kein vernünftiger Mensch wird mehr an eine Umstellung auf Busbetrieb denken.'



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