Lokreport

29.06.2007

Warnstreiks drohen Bahn- und S-Bahn-Verkehr lahm zu legen

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In der ersten Juli-Woche wird das Personal von der Deutschen Bahn höchstwahrscheinlich streiken. Für die Fahrgäste wird dies erhebliche Einschränkungen bedeuten.

Von Sonntag, 1. Juli 2007, an könnte es bei S-Bahn und Bahn chaotisch werden. Denn die derzeit in Tarifverhandlungen stehenden Eisenbahner haben Warnstreiks angekündigt. Davon betroffen sein werden sowohl der Fern- und Regionalverkehr der Deutschen Bahn als auch die S-Bahn. Bei der MVG wird es keine Streiks geben. Busse, Tram- und U-Bahnen werden also wie gewohnt im Einsatz sein.

Bei Bahn und S-Bahn hingegen sollten sich die Fahrgäste auf erhebliche Einschränkungen gefasst machen. Zwar sprechen die Gewerkschaften Transnet und GDBA nur von Verzögerungen und versichern, die Kunden der Bahn so weit wie möglich schonen zu wollen. Die konkurrierende Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) - in dieser sind ausschließlich Lokführer und Zugbegleiter organisiert - haben allerdings einen bundesweiten Streik in der ersten Juliwoche angekündigt. Dieser würde unabhängig von den Transnet/GDBA-Aktionen organisiert und könnte große Teile des Zugverkehrs, auch die Münchner S-Bahn, komplett lahm legen. Am Montag wolle die GDL bekannt geben, wann genau Arbeitsniederlegungen geplant sind, so GDL-Sprecherin Gerda Seibert. Da die Bahn nicht einmal ein Gegenangebot zu den GDL-Forderungen abgegeben habe, werde aber auf jeden Fall gestreikt.

Gefordert werden von den drei Bahngewerkschaften in den derzeit laufenden Tarifverhandlungen unterschiedliche Zugeständnisse: Transnet und die Verkehrsgewerkschaft GDBA, die in einer Tarifgemeinschaft verbunden sind, verlangen bei den Löhnen ein Plus von sieben Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr im Monat. Die Deutsche Bahn hat daraufhin zwei Prozent mehr zum 1. Januar 2008 und dann noch einmal zwei Prozent ein Jahr später sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro angeboten. Transnet und GDBA haben dieses Angebot abgelehnt.

Die GDL, die ihren Mitgliedern empfohlen hat, sich nicht an den Arbeitskämpfen der Konkurrenz-Gewerkschaften zu beteiligen, fordert da schon mehr: Verlangt werden bis zu 31 Prozent mehr Geld und ein eigener Tarifvertrag fürs Fahrpersonal. Dies wird mit der Lohnentwicklung der vergangenen Jahre und der guten wirtschaftlichen Lage des Konzerns begründet. Die Deutsche Bahn hält diese Forderung allerdings für völlig überzogen. Momentan gibt es für keine unterschiedlichen Tarifverträge für Lokführer und Zugbegleiter sowie alle anderen Bahn-Beschäftigten. Sie sind alle einheitlich organisiert. Und dieses System möchte die Deutsche Bahn auch so beibehalten. Sie seien bundesweit die höchsten in der laufenden Tarifrunde und gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Die MVG - ihre Mitarbeiter werden nach einem separaten Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi bezahlt, will versuchen, den S-Bahn-Fahrgästen während der Streikphase zu helfen. In der Hauptverkehrszeit könnte dies allerdings schwierig werden, so MVG-Sprecher Christian Miehling. Zusätzliche Fahrten könnten dann leider nicht organisiert werden, denn alle verfügbaren Fahrzeuge seien dann ohnehin im Einsatz.



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