Lokreport

17.08.2007

Bahnvorstand Suckale schätzt Lokführer

Margret Suckale, Vorstand Personal der Deutschen Bahn AG, antwortet dem Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste auf sein Schreiben zur Sorge um das System Bahn:

'Sehr geehrter Herr Nagel, vielen Dank für Ihre Email vom 9. August 2007, auf die ich Ihnen gerne wie folgt antworten möchte:

Wir teilen ganz Ihre Sorge, dass Streiks, aber auch schon Streikdrohungen zu erheblichen Schäden für unsere Kunden, unsere Umwelt, unser Unternehmen und letztlich auch unsere Mitarbeiter führen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat kürzlich berechnet, das jeder Streiktag, an dem kein Zug mehr fährt, die deutsche Volkswirtschaft mit gigantischen Kosten von 500 Millionen Euro belasten würde. Wir haben deshalb alles daran gesetzt - und werden es auch weiterhin tun -, um mit der GDL eine Verhandlungslösung zu erzielen, damit die Menschen umweltfreundlich an ihren Arbeitsplatz und die Güter pünktlich an ihren Zielort gelangen können.

Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomiemitarbeiter sind bei der Bahn sehr wichtige und gleichzeitig sehr geschätzte Berufsgruppen. Für die von der GDL beanspruchte Sonderstellung der Mitarbeiter des Fahrpersonals und die Entgeltforderung von mindestens 31 Prozent gibt es aber aus unserer Sicht keine Rechtfertigung. Im Systemverbund Bahn arbeitet eine Vielzahl von Bahnberufen eng zusammen, ohne die kein Zug fahren könnte und die eine vergleichbare Ausbildung und Verantwortung haben. Eine Spaltung unserer Belegschaft dürfen wir nicht zulassen.

Am 9. Juli 2007 haben wir mit den anderen beiden Bahn-Gewerkschaften TRANSNET und GDBA den höchsten Tarifabschluss der diesjährigen Entgeltrunde in Deutschland vereinbart, der u.a. eine Einmalzahlung von 600 Euro und eine Entgelterhöhung von 4,5 Prozent beinhaltet. Wir beteiligen somit unsere Mitarbeiter am Unternehmenserfolg und wollen, dass dieser Abschluss allen unseren Mitarbeitern zugute kommt.

Leider kursieren in den Medien falsche Zahlen über das Einkommen von Lokführern, die eine Versachlichung der Diskussion behindern. Richtig ist, dass 94 Prozent der Lokführer der Deutschen Bahn AG über 33.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Dies führt, je nach individueller Steuersituation, natürlich zu unterschiedlichen Nettoentgelten. Die meisten unserer Lokführer verfügen bei anteiliger Berücksichtigung aller tariflichen

Zulagen, des Weihnachts- und des Urlaubsgeldes über fast 2.100 Euro netto im Monat für ihren Lebensunterhalt. Die anstehende Erhöhung durch den neuen Entgeltabschluss ist in den angegebenen Werten noch gar nicht eingerechnet.

Außerdem ist zu berücksichtigen, dass das Entgeltniveau der Bahn bereits heute bis zu 25 Prozent über dem unserer Wettbewerber liegt und unsere Mitarbeiter durch ein Beschäftigungsbündnis vor Kündigungen geschützt sind.

Dieses Beschäftigungsbündnis, das bis 2010 verlängert wurde, stellt einen hohen persönlichen Wert für unsere Mitarbeiter dar. Zusätzlich haben wir in unserem „Angebot zur Konfliktlösung' der GDL am 19. Juli vorgeschlagen, gemeinsam einen externen Sachverständigen zu benennen. Sollte dieser zu der Auffassung gelangen, dass Lokführer zu niedrig bewertet sind, würden wir uns diesem Urteil unterwerfen und entsprechende Anpassungen vornehmen.

Ich würde mir wünschen, dass alle Beteiligten in dieser schwierigen Auseinandersetzung zur Beruhigung und Versachlichung des Konflikts beitragen. Nur so wird es möglich sein, eine einvernehmliche Lösung zu erzielen und weiteren Schaden von unseren Kunden, unserer Umwelt, unserem Unternehmen und unseren Mitarbeitern abzuwenden.'

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