Lokreport

27.12.2007

Information der Bahnreisenden wird schlechter

Qualität der Bahnhöfe in Deutschland nimmt weiter ab - DB Station&Service AG informiert Bahnkunden oft gar nicht, falsch oder mangelhaft

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hat die Ergebnisse seiner aktuellen Qualitätsanalyse Bahnhöfe veröffentlicht. Bei der Untersuchung von Fahrgastinformation und Service wurden an 49 von 66 untersuchten Bahnhöfen Mängel festgestellt, unmittelbarer Handlungsbedarf besteht sogar an 41 Stationen.

Nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) ist das Problem nicht neu. Die DB Station&Service AG habe seit Einführung ihres neuen Stationspreissystems im Jahr 2005 den Umfang der an den Stationen vorgesehenen Ausstattung eingeschränkt. In der Folge befürchten die Aufgabenträger des SPNV einen Rückbau oder eine ausbleibende Instandhaltung von Ausstattungselementen. Zum Standardprogramm gehöre zum Beispiel eine Bahnhofsuhr nur noch an 40 % der Bahnhöfe in Deutschland, Anzeigentafeln zur Fahrgastinformation an nur noch an 6 % aller Stationen.

Trotz der damit verbundenen Einsparungen habe die DB Station&Service AG die Gebühren der Stationsnutzung seit 2005 mehrfach erhöht. Hintergrund sei offensichtlich, dass von den bis zum Jahr 2004 noch auskömmlich finanzierten Stationen Geld für den immer noch antizipierten Börsengang der DB AG abgezweigt wird.

In ihrer mittelfristigen Finanzplanung gehe die DB Station&Service AG von weiterhin steigenden Unternehmensgewinnen aus: Habe der Stationsbetreiber im Jahr 2006 noch einen Gewinn nach Zinsen in Höhe von 55 Mio. Euro erwirtschaftet, solle bereits im Jahr 2011 ein Gewinn in Höhe von 135 Mio. Euro ausgewiesen werden. Das gehe nur auf Kosten der Nutzer, vornehmlich des Schienenpersonennahverkehrs.

Bernhard Wewers, Präsident der BAG-SPNV dazu: 'Wir fordern die DB Station&Service AG erneut auf, zu einem transparenten Stationspreissystem zurückzukehren, das den Verbleib der aus Steuergeldern finanzierten Stationsentgelte im Bereich der Stationsinfrastruktur dokumentiert. Dann wird nämlich auch deutlich, ob und an welcher Stelle Geld im System 'DB' versickert. Die Stationsentgelte dürfen nicht weiter steigen, und der Stationsbetreiber muss damit vernünftig wirtschaften. Den Bund fordern wir auf, dafür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.'

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG-SPNV) ist die Interessensvertretung der Bestellerorganisationen des Schienenpersonennahverkehrs: Wir organisieren den Informationsaustausch zwischen unseren Mitgliedern, erarbeiten Konzepte für die Weiterentwicklung des SPNV, vertreten die Interessen der Aufgabenträger des SPNV gegenüber Politik, Öffentlichkeit, Verkehrsunternehmen und Verbänden und beraten den Bund, die Länder, Zweckverbände, Parlamente und Behörden zu allen Fragen des SPNV.

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