Lokreport

14.09.2009

Jugendliche prügeln Fahrgast der S-Bahn zu Tode

Am Samstag, 12. September 2009, gegen 15.45 Uhr, kam es zwischen einer Gruppe von drei deutschen Jugendlichen im Alter von 17 bzw. 18 Jahren und einer vierköpfigen Gruppe, bestehend aus je zwei Mädchen und Jungen im Alter von 13 - 15 Jahren, zu einer Auseinandersetzung am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke.


Bild: Aktion Münchner Fahrgäste

Ausgangspunkt war die Forderung nach Bargeld unter Androhung von Schlägen aus der Dreiergruppe. Zur Untermauerung schlug ein Täter die zwei männlichen Jugendlichen aus der Vierergruppe, wobei aus dem Kreis der Letztgenannten zu keinem Zeitpunkt die Aggressionen erwidert wurden. Die Forderungen blieben jedoch ohne Erfolg.

Während der Hauptaggressor der Dreiergruppe sich dann von den beiden Mittätern trennte, stiegen die vier Jugendlichen und die beiden späteren Täter gemeinsam in die S-Bahn der Linie 7 in Richtung Solln. Im Verlauf der S-Bahnfahrt kam es wiederholt zu Streitigkeiten von Seiten der beiden Täter, wobei diese in provokativer Weise lautstark über weitere Geldforderungen sprachen, ohne direkt auf die vier Jugendlichen einzuwirken. Daraufhin versuchte bereits in der S-Bahn ein 50jähriger Geschäftsmann - das spätere Opfer - als Unbeteiligter zu schlichten und stellte sich erstmals schützend vor die vier Jugendlichen. Gleichzeitig verständigte er den Polizeinotruf. Anschließend bot er den vier Jugendlichen an, mit ihnen gemeinsam zum S-Bahnhof Solln zu fahren und gemeinsam auszusteigen. Dieses Angebot nahmen die Jugendlichen aus Angst vor den beiden Beschuldigten an, obwohl sie bereits früher hätten aussteigen wollen.

Am S-Bahnhof Solln stiegen dann alle zuvor Genannten aus dem S-Bahn-Zug aus, wobei die beiden Täter in etwas Abstand der Gruppe mit dem Geschäftsmann folgten. Diesem gelang es noch während die Täter auf die Gruppe losgingen, einen ersten Angriff abzuwehren. Daraufhin schlugen die Täter mittels Fäusten auf ihr Opfer ein. Im weiteren Verlauf des tätlichen Angriffes schlugen und traten sie mehrfach auf den jetzt am Boden liegenden 50jährigen ein. Dieser verlor daraufhin das Bewusstsein.

Daraufhin ließen die Täter von ihm ab und entfernten sich vom Tatort, da zeitgleich die ersten Polizeikräfte eintrafen.

Der 50jährige, der noch kurz das Bewusststein erlangte, wurde von einem weiteren Passanten reanimiert bis der Notarzt eintraf, der diese Maßnahmen fortsetzte. Trotz notfallintensiver Maßnahmen erlangte der 50-Jährige das Bewusstsein nicht wieder und verstarb im Krankenhaus.

Die beiden Täter konnten noch am Tatort im Rahmen der Sofortfahndung festgenommen werden.

Die Ermittlungen, insbesondere die Vernehmungen der Zeugen sowie der Beschuldigten, werden durch die Mordkommission München geführt und dauerten bis in die frühen Morgenstunden an. Die beiden Beschuldigten der Tat am S-Bahnhof Solln machten nach Rücksprache mit ihren Rechtsanwälten keine weiteren Angaben zum Tatablauf, wobei sie die 'Auseinandersetzung' teils am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke sowie in der S-Bahn und am Bahnsteig des S-Bahnhofes Solln einräumten.

Von Seiten der Staatsanwaltschaft München I - Abteilung für Kapitaldelikte - wird der Sachverhalt als Mord aus niedrigen Beweggründen und versuchte räuberische Erpressung eingestuft. Im Laufe des heutigen Tages werden die beiden Beschuldigten dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft wird Haftbefehl beantragen.


Die Münchner Mordkommission bittet um Hinweise, insbesondere zu den Vorfällen an der Donnersbergerbrücke, in der S-Bahn (S7 nach Wolfratshausen) sowie am Bahnsteig des S-Bahnhofes Solln.

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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