Lokreport

24.10.2009

Deutschland investiert noch weniger als Italien in die Schiene

Die großen Industrieländer Europas investieren hohe Summen in ihre Eisenbahnnetze. Nach einer Untersuchung von Allianz pro Schiene und SCI Verkehr geht Deutschland einen nationalen Sonderweg und droht, den internationalen Anschluss zu verpassen.


Bild: Aktion Münchner Fahrgäste

Im Europa-Vergleich kommen die europäischen Staaten im Jahr 2008 auf folgende pro Kopf-Investitionen der öffentlichen Hand in die Schienen-Infrastruktur: Die Schweiz investierte 284 Euro pro Bürger, Österreich folgt mit 205 Euro pro Kopf. Beide Länder stecken traditionell deutlich mehr Geld in die Schiene als in die Straße. Aber auch andere Europäer ertüchtigen zur Zeit mit Hochdruck ihr Schienennetz: Großbritannien steckt 136 Euro pro Kopf in sein Netz, die Niederlande (105 Euro), Schweden (104 Euro), Spanien (84 Euro) und Frankreich (80 Euro) setzen ebenfalls klare Signale für die Zukunft ihrer Eisenbahnen. Deutschland rangiert mit Investitionen von 47 Euro pro Kopf weit abgeschlagen noch hinter Italien (60 Euro pro Bürger).

Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, kritisierte am Freitag in Berlin, dass der deutsche Sonderweg beim Verkehr geradewegs in die Sackgasse führe. ?Die mächtige Autoindustrie sorgt hierzulande seit Jahrzehnten dafür, dass die Straßeninfrastruktur stets um ein Vielfaches besser ausgestattet wird als die Schiene', sagte Flege und verlangte von der schwarz-gelben Koalition ein energisches Umlenken. 'Wir sind gespannt, welche Entscheidungen bei den kommenden Haushaltsberatungen fallen', sagte Flege und forderte, dass Deutschland es unter der neuen Regierung mindestens auf 'italienische Verhältnisse' bringen müsse: 'Das sind 60 Euro pro Kopf aus Bundesmitteln für die Schieneninfrastruktur.'

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