Lokreport

03.01.2010

Variobahn fährt in Heidelberg ohne Oberleitung

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) nahm im Dezember 2009 die ersten sechs neuen Bombardier-Straßenbahnen vom Typ Variobahn am Standort Heidelberg offiziell in Betrieb. Damit feiert auch das neuartige Energiespeicher-System MITRAC Energy Saver seinen Serienstart.


Bild: Bombardier

Mit dem System zur Energiespeicherung verbrauchen die Züge bis zu 30 Prozent weniger Energie und können zeitweise ohne Oberleitung fahren. „Wir sind sehr stolz auf die neuen Straßenbahnen. Mit dem neuen System senken wir nicht nur Energiekosten, sondern sind auch weltweit der erste Betreiber, der diese Technik bei allen Neufahrzeugen einsetzen wird. Nicht umsonst sind wir Anfang des Jahres für den MITRAC Energy Saver mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet worden', sagt Martin in der Beek, technischer Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH. „Pro Zug sparen wir jährlich 93.000 kWh Strom, das kommt durch entsprechend geringere Emissionen bei der Stromerzeugung auch der Umwelt in unserer Region zugute', so in der Beek weiter.

„Ich freue mich besonders, dass der MITRAC Energy Saver zuerst dort eingesetzt wird, wo er auch entwickelt wurde. Die Technologie kommt direkt aus der Nachbarschaft, aus dem Mannheimer Bombardier-Werk', sagt Grego Peters, Präsident Light Rail Vehicles bei Bombardier Transportation. Und weiter: „Trotz der Energie-Einsparung braucht der Fahrgast bei den neuen Bahnen auf nichts zu verzichten. Die Züge bieten viel Komfort, verfügen über eine Klimaanlage und neuartige Doppelmonitore für Fahrgast-Informationen.' Der MITRAC Energy Saver ist Teil des ECO4-Portfolios von Bombardier Transportation, das den besonders wirtschaftlichen und energiesparenden Betrieb von Schienenfahrzeugen ermöglicht.


Bild: Bombardier

Der MITRAC Energy Saver spart bis zu 30 Prozent Energie ein und funktioniert nach dem System der Energierückspeisung: Drei auf dem Fahrzeugdach montierte Speicher nehmen mit ihren Kondensatoren die Energie auf, die beim Bremsen der Straßenbahnen entsteht, um sie beim Anfahren oder übrigen Fahrbetrieb wieder abzugeben. Die hoch leistungsfähigen Doppelschichtkondensatoren speichern bis zu 3 kWh. Wenn der Zug anfährt und beschleunigt, braucht er besonders viel Strom und beansprucht das Stromnetz stark. Durch den MITRAC Energy Saver wird diese Belastung um etwa 40% reduziert, das Netz kann somit kostengünstiger ausgelegt werden.

Ein weiterer Vorteil des Bombardier-Energiespeichers ist der zeitweise Betrieb ohne Oberleitung. Mit dem MITRAC Energy Saver lassen sich fahrdrahtlose Streckenabschnitte mit Hilfe der gespeicherten Energie überbrücken. Dies ist zum Beispiel aus optischen Gründen in denkmalgeschützten Bereichen sinnvoll. Auch auf zwei in Heidelberg geplanten Streckenabschnitten am Neuenheimer Feld könnte die Technik zum Einsatz kommen. Die elektrischen Felder der Oberleitung würden dort die hochempfindlichen Messgeräte des Physikalisch-technischen Instituts der Universität und des Deutschen Krebsforschungszentrums stören.

Dreizehn weitere Züge werden 2010 für die Linie 5 und Strecken in Mannheim angeliefert. Insgesamt hat die RNV 19 Stadtbahnzüge mit dem MITRAC Energy Saver bestellt. Sie werden bis Ende 2010 in Betrieb genommen.

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