Lokreport

13.11.2010

München bekommt neue U-Bahnzüge

Die größte Fahrzeugbestellung in der Geschichte der Münchner U-Bahn ist fix: Die Stadtwerke München (SWM) ordern zunächst 21 sechsteilige Gliederzüge (= 126 Wagen) für das U-Bahnnetz der Münchner Verkehrs-gesellschaft (MVG). Das Investitionsvolumen liegt bei ca. 185 Millionen Euro (inkl. anderweitig beschaffter Ausrüstungsteile wie z. B. Bildschirme für das Fahrgast-TV). Weitere bis zu 46 Züge (= 276 Wagen) sind in zwei Optionen mit jeweils bis zu 23 Einheiten vorgesehen, die bis 2016 bzw. 2020 in Festbestellungen umgewandelt werden können. Das Gesamtvo-lumen (Festbestellung + 2 Optionen) liegt bei bis zu 550 Millionen Euro.


Bild: SWM/MVG

Hersteller der neuen Münchner U-Bahn soll die Siemens AG sein. Das Münchner Unternehmen legte nach europaweiter Ausschreibung im Rahmen eines umfangreichen Verhandlungsverfahrens mit 4 Bewerbern aus dem In- und Ausland letztlich das wirtschaftlichste Angebot vor und soll daher nun beauftragt werden.

Für den Münchner Stadtrat Georg Kronawitter bleiben aber Wermutstropfen: 'Die Münchner Bürgervertretung, der Stadtrat, Fahrgastverbände, aber sogar auch der MVG-Aufsichtsrat wurde von SWM/MVG praktisch nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden. Ein merkwürdiger Vorgang in einem Unternehmen, das zu 100 Prozent der Stadt München gehört. Dabei sieht die Bayerische Gemeinde-Ordnung explizit vor, dass die Stadt München sicherstellen muss, dass sie den kommunalen Einfluss in ihren Tochterfirmen wahrt.'

Kronawitter findet es angesichts des langen Beschaffungszeitraums auch kurzsichtig, das Thema 'Zweisystemfähigkeit' links liegen zu lassen. Zweisystemfahrzeuge sind U-Bahnen, die auch auf S-Bahnstrecken im Außenbereich verkehren können. 'Dabei hat MVG-Chef Herbert König es selbst immer wieder bedauert, dass es hier keine Angebote der Deutschen Bahnindustrie gibt. Für seine Cityspange 2006 hat König so ein Zweisystemfahrzeug vorausgesetzt, auch bei der Anbindung der in Garching endenden U6 an die S1 in Neufahrn hat König von Zweisystemfahrzeugen gesprochen, die bis Freising umsteigefrei durchfahren könnten.'

Ungeklärt ist nach Kronawitter auch noch, ob es langfristig sinnvoll sein kann, nachts den U-Bahntakt wegen mangelnder Auslasten der C-Langzüge auszudünnen, anstatt in der Schwachlastzeit wieder kürzere Einheiten zu verwenden, wie es mit den B-Doppeltriebwagen problemlos geht.

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