Lokreport

03.07.2011

Münchner U-Bahnnetz ist nun mit Mobilfunk ausgerüstet

Das Mobilfunk-Netz in der Münchner U-Bahn ist nun endlich komplett: Im Stadtgebiet gehen zum 2. Juli 2011 weitere 20 Sende- und Empfangsanlagen mit insgesamt 125 Antennen in Betrieb. Sie decken 20 U-Bahnstationen mit knapp 15 Kilometern Tunnelstrecke ab. Die vier Netzbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom, E-Plus und Telefónica O2 Germany schließen den ursprünglich bis Ende 2011 terminierten Ausbau damit vorzeitig ab. Die Arbeiten hatten im Mai 2009 begonnen; ein erstes „Kernnetz' für die Handy- und Internetnutzung im Untergrund ging am 8. September 2009 in Betrieb.

Insgesamt sind damit nun alle 92 unterirdischen U-Bahnhöfe auf Münchner Stadtgebiet und knapp 80 Kilometer Tunnelstrecke versorgt. Die jetzt beginnenden Maßnahmen zur Optimierung der Funkversorgung werden voraussichtlich bis Ende 2012 abgeschlossen. Im ersten Halbjahr des nächsten Jahres sollen außerdem noch die beiden U6-Bahnhöfe Garching und Garching-Forschungszentrum mit Sende- und Empfangsanlagen ausgerüstet werden. Die erforderlichen Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro tragen die vier Netzbetreiber Vodafone, Telekom, E-Plus und O2 zu gleichen Teilen.

Die Ausrüstung der U-Bahn mit Mobilfunktechnik war eine logistische Herausforderung. Insgesamt wurden 92 Sende- und Empfangsanlagen mit knapp 500 Antennen und auf knapp 80 Kilometer Tunnelstrecke montiert. Sie forderte alle Beteiligten zeitlich heraus, weil die Antennen im Tunnel teilweise nur nachts während der sehr kurzen Betriebsruhe der U-Bahn aufgebaut werden konnten, um den Fahrgastbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Sie stellte für Planer und Techniker aber auch deshalb eine anspruchsvolle Aufgabe dar, weil die besten Antennenstandorte für eine optimale Netzqualität im verzweigten und unterschiedlich konstruierten Tunnelsystem alles andere als einfach zu bestimmen waren und Hunderte von Messfahrten erforderlich machten. Das Herzstück der Mobilfunktechnik, die so genannte Zentralstation, wurde letztlich in einem Betriebsraum im Hauptbahnhof untergebracht. Von dort aus werden Gespräche und Daten an die Vermittlungsstellen der jeweiligen Netzbetreiber weitergeleitet. Die Signalübertragung zwischen der Zentralstation und den Antennen im U-Bahnnetz erfolgt via Glasfaserkabel der SWM, die die Netzbetreiber für ihre Zwecke mitnutzen.

Stellvertretend für die vier Netzbetreiber sagt Dieter Vogelhuber, Technikleiter der Vodafone-Niederlassung Süd: „Heute erwarten die Menschen, dass sie immer und überall über Mobilfunk erreichbar sind. Deswegen war uns Netzbetreibern wichtig, die Versorgung im gesamten Münchner U-Bahnnetz aufzubauen. Das war ein sehr hoher Aufwand, der für die Kunden aber Riesenvorteile bringt. Die Fahrgäste müssen auf den gewohnten Komfort nicht verzichten und können die Fahrzeit nutzen, um über das Handy zu surfen, E-Mails zu schreiben oder in sozialen Netzwerken Kontakt zu halten.'

MVG-Chef Herbert König meint: „Ich freue mich, dass in hervorragender Zusammenarbeit zwischen den Mobilfunkbetreibern, insbesondere Vodafone als feder-führendem Unternehmen, und den Technikern von SWM/MVG der ursprüngliche Zeitplan deutlich unterboten werden konnte. Bekanntlich hatten unsere Fahrgäste früher in mehreren Befragungen über Jahre hinweg die Handy-Nutzung in der U-Bahn mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Inzwischen hat sich das Meinungsbild aber erkennbar verändert; Beschwerden gab es zuletzt immer weniger. Das liegt sicher auch daran, dass sich die Nutzungsgewohnheiten geändert haben: Es wird in der U-Bahn offenkundig weniger telefoniert, dafür aber immer mehr das Internet genutzt. Darin liegt auch ein wachsender Nutzen für unsere Kunden, denn nun kann man mit internetfähigen Geräten, vor allem den immer beliebteren Smartphones, z. B. auch unseren Service ‚MVG live’ abfragen, also die aktuellen Abfahrtszeiten von Anschlussverkehrsmitteln. Das funktioniert nun ab morgen im ganzen U-Bahnnetz!'

'Wir freuen uns, daß nun auch den Münchner Fahrgästen die Möglichkeit zur Nutzung von Mobilfunk in der Münchner U-Bahn gegeben wird, wie es weltweit schon Standard ist', sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. 'Gemeinsam mit der Polizei haben wir uns jahrelang für eine Funkversorgung im Untergrund eingesetzt. Erfreulich ist auch, daß die Fahrgäste immer mehr Rücksicht aufeinander nehmen und immer weniger Gespräche führen, die als störend empfunden werden.'

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