Lokreport

11.04.2007

Bayerns Fahrgäste erhalten bei Verspätung eine Entschädigung

Ab einem Fahrkartenwert von 4 Euro erhalten die Eisenbahnfahrgäste in Bayern eine Entschädigung von 25 Prozent bei einer Verspätung von mindestens einer Stunde und ab zwei Stunden 50 Prozent. Dabei darf es sich aber nicht um eine Schülerzeitkarte, ein Schönes-Wochenende-Ticket oder ein Bayern-Ticket handeln. Auch die Reisekette Nah-/Fernverkehr bleibt ausgeschlossen. Fahrgäste mit einer Streckenzeitkarte oder der Mobility BahnCard 100 erhalten 2 Euro in der zweiten Klasse und 3 Euro in der ersten Klasse, wenn sie länger als 60 Minuten zu ihrem Reiseziel unterwegs waren, als es der Fahrplan vorsah.

Ulrich Homburg, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG Ulrich Homburg, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG
Bild: Aktion Münchner Fahrgäste

Die Politik fordert es schon lange, und auch in Europa wird über eine Entschädigungsregelung für Fahrgäste nachgedacht, die unter verspäteten Zügen leiden müssen. Zum 1. Mai 2007 starten die sieben Schienenverkehrsunternehmen in Bayern einen Pilotversuch und wollen Erfahrungen mit der Erstattung von Fahrgeldern sammeln. Erfreulich für den Fahrgast ist, daß er sich nicht überlegen muß, welches Eisenbahnverkehrsunternehmen der Verursacher war. Der Ausgleich untereinander findet über den Tarifverband der bundeseigenen und nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) statt.

Ulrich Homburg, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, berichtete von schlechten Erfahrungen mit der Ehrlichkeit von Fahrgästen im Rhein-Sieg-Kreis. Dort waren 60 Prozent aller Erstattungsansprüche ungerechtfertigt und die Hälfte davon auch noch vorsätzlicher Mißbrauch.

Über die Kooperationsfähigkeit der bayerischen Schienenverkehrsunternehmen freut sich besonders Heino Seeger, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn. Wichtig ist ihm, daß die Kunden die Entschädigung zügig erhalten und das Verfahren als unbürokratisch empfinden.

Auch der Bayerische Verkehrminister Huber begrüßt die Eigeninitiative der Bahnen. Natürlich wäre es ihm am liebsten, wenn die Regelung überflüssig wäre, weil alle Züge pünktlich ankommen.

Zu jedem Euro, der ausgezahlt wird kommen noch vier Euro Verwaltungskosten. Auch bei einer sehr flachen Organisation. Dies sieht auch Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste, kritisch: 'Trotz aller Bedenken, begrüßen wir den Pilotversuch, denn mit den dabei gewonnenen Erfahrungswerten läßt sich vernünftig über Fakten diskutieren.' Die Aktion Münchner Fahrgäste anerkennt das Bemühen um mehr Qualität auf der Schiene.



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