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Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 12.08.2010 (47/2010)

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Martin Marino, 0151 4 1919252, Stefan Hofmeir, 089 48951049, presse@fahrgaeste.de

100 Jahre Trambahn Grünwald

Aktuelle Informationen für Presse und Rundfunk 12.08.2010 (47/2010)


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Andreas Nagel, Freischützstraße 110, 81927 München, (0172) 8342157, nagel@fahrgaeste.de


Am 12. August 1910 wurde die Trambahnstrecke nach Grünwald in Betrieb genommen. Die Linie 25 fuhr vom Feilitzschplatz (seit 1947 Münchner Freiheit) über Marienplatz, Sendlinger-Tor-Platz, Ostfriedhof von 6:00 bis 24:00 Uhr stündlich nach Grünwald. Die Linie 35 begann in Neuhausen und fuhr über Hauptbahnhof und Stachus von 12:00 bis 22:00 Uhr auch einmal in der Stunde. So ergab sich ein 30-Minuten-Takt auf der gemeinsamen Strecke. Der Inbetriebnahme waren langwierige Verhandlungen mit der Gemeinde Grünwald, den aufblühenden Immobiliengesellschaften und den Grundbesitzern voraus gegangen. Aber am 14. März 1910 konnte der Garantievertrag für die Außenlinie abgeschlossen werden. Es gab einen starken Ausflugsverkehr in das Isartal und die Strecke machte sich sehr schnell bezahlt. Am 25. April 1910 wurde mit dem Bau begonnen. Für eine hohe Reisegeschwindigkeit wurden die Gleise auf einem eigenen Bahnkörper verlegt. Dabei wurden Vignolschienen statt der im Straßenraum üblichen Rillenschienen verwendet. Die langen Durchgangslinien bewährten sich nicht und wurden zum Winterfahrplan 1913 aufgegeben. Bis zur Eröffnung der 'Anlagenschleife' am Sendlinger-Tor-Platz mußte die Linie 25 am Ostfriedhof wenden.

Die Münchner Trambahnwagen werden zur Unterscheidung mit Buchstaben versehen. Zwischen 1898 und 1902 wurden 250 vierachsige Wagen mit verglasten Plattformen, Druckluftbremsen, Sonnenschutzblenden und Maximum-Drehgestellen beschafft. Jeweils am Wagenende befindet sich die Triebachse mit einem Tatzlagermotor, zur Wagenmitte die Laufachse. Mit dieser Reihe A verfügte München damals über einen sehr modernen Straßenbahnwagen.

Am 8. November 1997 wurde die Strecke zwischen Max-Weber-Platz und Ostfriedhof wieder in Betrieb genommen. Dadurch konnten die Linien 15 und 25 als Osttangente verlängert werden. Herbe Kritik hagelte es während der Planung- und Bauzeit für die Osttangente. Der Bestattungsunternehmer Denk sah damals den Niedergang von Obergiesing voraus. Ein schreckliches Verkehrschaos wurde für den Max-Weber-Platz und die Tegernseer Landstraße vorausgesagt. Nichts davon hat sich bewahrheitet, obwohl der motorisierte Verkehr insgesamt zugenommen hat. Die Trambahn fuhr bis zum 21. April 1968 schon einmal auf diesem Streckenabschnitt. Es war der 'Südring', der über den Goetheplatz zum Hauptbahnhof führte. Der Abschnitt Ostfriedhof - Rosenheimer Straße wurde bis zum 28. September 1901 gebaut und die Verbindung zur Wörthstraße bis zum 1. November 1906 fertiggestellt.

Im Jahr 1989 wurde der Fahrplan der Trambahnlinie 25 nach Grünwald ausgedünnt. Seither wird am Wochenende nur noch im 20-Minuten-Takt gefahren. Damit wollte man die Gemeinde Grünwald zu finanziellen Zugeständnissen bewegen. Dies führte im Juli 1989 zur Gründung der Aktion Münchner Fahrgäste. Der erste Infostand befand sich an der Haltestelle Großhesseloher Brücke.

Die Trambahn nach Grünwald war schon mehrfach von der Stillegung bedroht. Unter Oberbürgermeister Erich Kiesel sollte die gesamte Münchner Trambahn durch Busse ersetzt werden. Im Jahr 2003 drohte im Juni eine Einstellung des Betriebes, da sich die Gemeinde, der Landkreis und das Verkehrsunternehmen nicht einigen konnten. Auch im Jahr 2005 hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die 'Entbindung von der Betriebspflicht' zum 1. Februar 2005 bei der Regierung von Oberbayern beantragt. Damals wurde der Weiterbetrieb der Linie 25 als unzumutbar für das Unternehmen der Landeshauptstadt München angesehen. Natürlich ging der Streit ums Geld. Die Gemeinde Grünwald sollte statt 1,03 Millionen Euro nun 1,83 Millionen bezahlen.

Einen Vorgeschmack auf eine stillgelegt Linie 25 bekamen die Fahrgäste, als die Oberleitung vom 2. April 2007 bis zum 23. Juni 2007 erneuert werden mußte. Zwar verkehrte eine Schienenersatzverkehrslinie 125 von der Haltestelle Menterschwaige bis zum Derbolfinger Platz, aber die Anschlüsse an die Trambahn, die nur bis zur Großhesseloher Brücke fuhr klappten oft nicht. Während es zuvor noch einzelne Stimmen gab, die glaubten, daß auch ein Busverkehr eine Lösung wäre, war den Fahrgästen nach dieser Zeit klar, daß es keine Alternative zur Trambahn bis nach Grünwald gibt. Auf der 4,6 Kilometer langen Strecke wurden 184 neue Masten gesetzt und 9.000 Meter Fahrdraht gespannt. Damals meinte der 1. Bürgermeister von Grünwald, Jan Neusiedl: 'Der Gemeinde wie auch mir persönlich liegt viel an der umweltfreundlichen Trambahn, die Grünwald auf schnellem Wege mit der Landeshauptstadt verbindet. Mit der Finanzierung der neuen Fahrleitung leistet die Gemeinde Grünwald ihren Beitrag, die traditionsreiche und lieb gewonnene Trambahnlinie dauerhaft zu erhalten. Die Erneuerung der Fahrleitung ist hierfür ein gutes und deutliches Signal.'

Geschichte der Münchner Trambahn

Am 21. Oktober 1876 begann morgens um 10 Uhr der Trambahnbetrieb mit Pferden auf der Strecke Promenadeplatz - Stachus - Bayerstraße - Bahnhofplatz - Dachauer Straße - Stiglmaierplatz - Nymphenburger Straße/Burgfrieden (Maillinger Straße). Am ersten Tag wurden 5092 Fahrgäste befördert. Diese füllten die Kasse mit 568 Mark.

Am 23. Juni 1895 wurde der elektrische Betrieb zwischen Färbergraben und Isartalbahnhof aufgenommen.

Am 09. Juli 1986 wird der Erhalt und die Modernisierung der Münchner Trambahn vom Stadtrat einstimmig beschlossen.

Am 13. März 1991 beschließt der Münchner Stadtrat einstimmig den Ausbau der Münchner Trambahn.

Am 4. Juni 1991 wird der sechsachsige R-Wagen vorgestellt.

Am 26. November 1994 verkehrt die erste 'Christkindl-Trambahn' als Ringlinie. Die Verkehrsbetriebe und die Aktion Münchner Fahrgäste setzen gemeinsam einen M/m-Zug ein. Auch die Fahrgäste auf der Linie 25 konnten in der Trambahn Lebkuchen essen und Glühwein trinken, denn es gab die legendären Nikolausfahrten.

Am 8. Dezember 2000 nimmt die 'lila Kuh' der R3-Triebwagen den Betrieb auf.

Am 19. März 2009 stellt die Münchner Verkehrsgesellschaft die neue Variobahn vor. Der Wagen wird mit dem Buchstaben S gekennzeichnet.

Am 12. Dezember 2009 wird die erste Neubaustrecke nach den Stillegungsplänen, die Tram 23, zwischen Münchner Freiheit und Schwabin Nord eröffnet.



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