Lokreport

25.04.2008

Ein Jahr bundesweiter HandyTicket-Versuch

Vor einem Jahr starteten Mitgliedsunternehmen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ein gemeinsames Pilotprojekt, das HandyTicket. Mit einem ehrgeizigen Ziel: Die Kunden sollten in einem im ÖPNV einzigartigen überregionalen Test Tickets bequem mobil und bargeldlos per Handy kaufen. Im ersten Jahr wurden bereits 150.000 Tickets direkt auf dem Handy der Kunden gespeichert.

Zu den Regionen Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Essen, Hamburg, Lübeck, Nürnberg, Oberlausitz-Niederschlesien, Ulm, Vogtland und Wuppertal, die seit einem Jahr dabei sind, kamen am 1. Oktober 2007 bereits Münster und am 1. April 2008 der Verkehrsverbund Rhein-Sieg hinzu. Ab heute können Fahrgäste auch für Erfurt die komfortablen HandyTickets kaufen. Und nicht nur das: Das gemeinsame Projekt ermöglicht den Kunden, dass sie auch Tickets für alle anderen teilnehmenden Regionen auf die gleiche einfache Weise auf ihr Handy laden können. Damit ist das gemeinsame Verfahren in 14 Nahverkehrsregionen nutzbar.

Mit dem Handy haben die Bürgerinnen und Bürger ihren persönlichen Fahrkartenautomaten für Busse und Bahnen in der Tasche. „Bis heute haben sich über 18.000 Kunden über die Internetseite www.dashandyticket.de oder die Portale der Mitgliedsunternehmen angemeldet', freut sich der VDV-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Adolf Müller-Hellmann. Die technische Basis ist die Java-Technologie, die es ermöglicht, auch umfangreiche Ticketsortimente mittels komfortabler Menüführung anzubieten. Sie gewährleistet sowohl eine einfache Bedienung als auch eine sichere Datenübertragung und eine kostengünstige Abrechnung für die Anbieter. Nahezu alle modernen Mobiltelefone unterstützen diesen technischen Standard; allerdings müssen sie für Internetverbindungen freigeschaltet sein, was bei manchen Prepaid-Handys nicht der Fall ist.

Das Laden des Programms funktioniert in der Regel sehr gut, erläutert Müller-Hellmann. Doch zur Unterstützung bei Problemen werden seit April für diese Freischaltung bzw. Internet-Zugangseinstellungen am Handy von Seiten der Verkehrsunternehmen auch gleich sogenannte Konfigurations-SMS für alle gängigen Handys bzw. Netzprovider angeboten. Für Kunden mit älteren Geräten oder ohne Internet-Zugang per Mobiltelefon bieten die Regionen Dresden, Düsseldorf, Essen, Erfurt, Münster, Rhein-Sieg, Oberlausitz-Niederschlesien, Vogtland und Wuppertal ihre jeweiligen regionalen Handytickets auch per SMS an.

Interessant ist das HandyTicket insbesondere für die Kunden, die den ÖPNV nutzen, ohne bereits ein Jahres-Abo zu besitzen. Im Projekt liegt der Schwerpunkt dabei auf dem Freizeit- oder Einkaufsverkehr. Mit den günstigen Angeboten und Tageskarten konnten bisher über 400.000 € Umsatz erzielt werden. Die meisten Kunden entscheiden sich dabei für das Lastschrift-Verfahren (73%) oder für die Kreditkarte (26 %), nur ein Prozent wählt die anonyme Variante des Prepaid-Kontos.

„Der Pilot läuft sehr gut', erklärt Müller-Hellmann. „Wir stellen eine hohe Kundenzufriedenheit fest: Über 95% der befragten Kunden wollen das HandyTicket weiterempfehlen', so der VDV-Hauptgeschäftsführer. Die Kunden bestätigen die Vorteile der bargeldlosen Bezahlung und des komfortablen Verfahrens ohne Zeitdruck an der Haltestelle. „Auch die überregionale Nutzung ist bei den Kundenerwartungen ein wichtiger Aspekt', betont Müller-Hellmann die interoperable Nutzbarkeit des HandyTickets.

Zum Dank an die Pilotteilnehmer findet am 24. Mai wieder ein bundesweiter HandyTicket-Tag statt. „Ein Tag lang mit dem HandyTicket zum halben Preis', erläutert Müller-Hellmann die Aktion, die die einzelnen Regionen bewerben. „Bereits beim ersten HandyTicket-Tag im Dezember 2007 konnten die täglichen Anmeldezahlen verdoppelt werden. „Wir wollen noch mehr Kunden für diesen neuen Zugang zu Bussen und Bahnen gewinnen', gibt der VDV-Hauptgeschäftsführer als Ziel der Aktion aus.

Das Projekt wurde von Mitgliedsunternehmen und -verbünden des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sowie den Partnern HanseCom/Siemens IT Solutions and Services, DVB LogPay und dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI), Dresden, entwickelt und umgesetzt.

Und so funktioniert es: Der Kunde meldet sich über die Internetseite www.dashandyticket.de einmalig bei einem der beteiligten Verkehrsverbünde bzw. -unternehmen für das HandyTicket-Verfahren an. Hierbei wählt er auch das gewünschte Zahlverfahren. Nach der Registrierung erhält der Kunde eine SMS, die den Link zum Download für ein kleines Java-Programm enthält. Damit können die Fahrkarten für alle vierzehn Tarifgebiete ausgewählt, bestellt und bezahlt werden.

Für den Fall, dass es bei der Installation des Programms ein Problem gibt, ist übrigens auch gesorgt: Im Internet kann man sich während des Vorgangs begleiten und unterstützen lassen.

Mit der nun installierten Software ist der Kauf einer Fahrkarte in wenigen Sekunden möglich. Wer sich seine bevorzugte Strecke als Favorit speichert, kann den Kaufvorgang sogar noch weiter vereinfachen und verkürzen. Das Ticket wird direkt auf das Handy übertragen und kann im Display angezeigt werden.

Bei einer Fahrkartenkontrolle zeigt der Kunde dem Prüfpersonal das gespeicherte Ticket. Das angezeigte HandyTicket ist jedoch nur in Verbindung mit einem weiteren bei der Anmeldung zu wählenden Prüfmedium gültig, z. B. Personalausweis, Kreditkarte oder einfach der eigenen Handy-Nummer.

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