Lokreport

02.05.2008

Bahn fährt 100 Fahrgästen vor der Nase davon

Ein vergnüglicher Feiertagsausflug an Himmelfahrt, vielleicht auch ein Vatertagsausflug, mit der Bahn führte am Nürnberger Hauptbahnhof zu einem großen Ärgernis für über 100 Fahrgäste.


Bild: Aktion Münchner Fahrgäste

Der Regionalexpreß RE 34627 von Würzburg nach Nürnberg traf in Würzburg verspätet ein und konnte den Bahnhof erst mit 13 Minuten Verspätung verlassen. Eigentlich noch nicht schlimm, denn der Übergang zum München-Nürnberg-Express beträgt 15 Minuten. Aber durch eine Überholung des nachfolgenden ICE kamen 3 weitere Minuten dazu. Eine äußerst freundliche Schaffnerin meldete die Anschlußreisenden an die Betriebsleitung und gab dann die Auskunft, daß dieser Anschluß sicher klappe. Der Lokführer, ein Beamter, gab sein Bestes - der Zug wurde überall schnell abgefertigt - alles wunderbar. Bis kurz vor Fürth die Durchsage kam, daß der Zug außerplanmäßig in Fürth endet, man möge doch mit einem anderen Zug weiterfahren, der allerdings auch schon verspätet war. Eigentlich war alle Hoffnung auf den Anschluß schon geschwunden, doch bei der Einfahrt in Nürnberg stand der München-Nürnberg-Express mit offenen Türen am selben Bahnsteig gegenüber abfahrbereit da. Wir waren sicher, die Bahn hat sich etwas gedacht und sorgt für ihre Kunden- prima.

Aber just in dem Moment, als die ersten Fahrgäste die Türen erreichten, schlossen sich diese direkt vor ihren Nasen. Trotz Rufen und Zeichen fuhr der Lokführer davon. Unglaublich. Über 100 Leute standen verdutzt am Bahnsteig und ärgerten sich.

Wer nun glaubte, daß einem am Service-Point in der Haupthalle freundlich weitergeholfen worden wäre, irrte sich wieder. Arrogant und patzig wurde einem beschieden, daß der nächste Zug über Regensburg um 19:36 abfahren würde. Ankunft in München 22:21. Die Differenz zur geplanten Ankunft um 20:52 Uhr beträgt 1 Stunde und 29 Minuten. Eine Fahrt im höherwertigen ICE sei für Kunden mit Bayern-Ticket nicht möglich.

Die Aktion Münchner Fahrgäste verurteilt dieses Verhalten auf das Schärfste. Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste, meint: 'Ein Bayern-Ticket-Fahrgast ist kein Kunde 3. Klasse. Das vorzeitige Beenden einer vollbesetzten Zugfahrt ein Unding. Und das kundenunfreundliche Verhalten der Bahn nicht hinnehmbar.' Er kann nicht verstehen, daß es einer Betriebsleitung nicht gelingt, Anschlüsse vernünftig herzustellen. Der München-Nürnberg-Express hat in Ingolstadt einen fahrplanmäßigen Aufenthalt von 9 Minuten. Nagel weiter: 'Wir verstehen nicht, wie ein Zugführer seinen Zug abfertigt, obwohl auf dem Nachbargleis Anschlußreisende ankommen. Und wir können es nicht hinnehmen, daß die Benutzung „höherwertiger' Züge in solchen Fällen nicht gestattet wird.'

Aktuelle Termine

27.06.2019(Do)
Mit Herz und Verstand handeln. Notfall? Du hilfst - ich auch!

19.07.2019(Fr)
Mit Herz und Verstand handeln. Notfall? Du hilfst - ich auch!

10.08.2019(Sa)
Mit Herz und Verstand handeln. Notfall? Du hilfst - ich auch!

Mehr...

Aktuelle Information für die Medien

MVG braucht kurzfristig weitere Betriebshöfe

Bahn-Infrastruktur muss zuverlässig sein

Mehr...