Lokreport

27.11.2011

U-Bahnfahrgast ist betrunken ins Gleis gefallen und wurde getötet

Am Sonntag, 27. November 2011, gegen 06:30 Uhr, befand sich ein 24jähriger Münchner auf dem Bahnsteig des Gleises 2 im U-Bahnhof 'Am Hart'. Da er offensichtlich stark alkoholisiert war, stürzte er ohne Fremdeinwirkung in den Gleisbereich. Er blieb dann dort bewußtlos etwa drei bis vier Minuten liegen. Dann fuhr ein Zug der U2 stadteinwärts in den Bahnhof. Der 58jährige U-Bahnfahrer konnte allerdings trotz einer Vollbremsung nicht mehr verhindern, dass er den 24-Jährigen erfaßte. Durch den Zusammenprall wurde der 24-Jährige tödlich verletzt und verstarb noch an der Unfallstelle. Der U-Bahnfahrer erlitt einen Schock. Die U-Bahnstrecke wurde für 1 ¾ Stunden in beiden Fahrtrichtungen ab dem U-Bahnhof 'Am Hart' gesperrt.


Bild: Aktion Münchner Fahrgäste

Ein ähnlicher Unfall hatte sich bereits am 24. September 2011 am Münchner U-Bahnhof 'Westpark' ereignet. Dort stürzte ein 23 Jahre alter Mann vom menschenleeren Bahnsteig auf das Gleis und wurde ebenfalls tödlich verletzt. Damals schon forderte der Fahrgastverband eine Gleisbettüberwachung für die Münchner U-Bahn. Diese technische Einrichtung sorgt dafür, daß Personen oder Gegenstände, die sich im Gleisbereich befinden, erkannt werden. Die Chance, daß ein herannahender U-Bahnzug rechtzeitig gestoppt werden kann, vergrößert sich erheblich.

Grundsätzlich rät die Aktion Münchner Fahrgäste die notwendige Vorsicht auf den Bahnsteigen walten zu lassen. Unter den Bahnsteigen der Münchner U-Bahn und in den Tunnelbahnhöfen der S-Bahn gibt es einen Fluchtraum. Dort kann man sich in Sicherheit bringen, sollte man in den Gleisbereich geraten. Es droht an dieser Stelle auch keine Gefahr durch die Stromversorgung der U-Bahn. Es ist genügend Platz vorhanden, der nur nicht sehr sauber ist. Sollte ein anderer Fahrgast einen derartigen Fall beobachten, so kann der nächste U-Bahnzug mit einer Betätigung des 'Nothalt' am Bahnsteig an der Einfahrt gehindert werden. Diese Möglichkeit besteht nicht bei der S-Bahn. Wichtig ist, daß man stets an die eigene Sicherheit denkt. Das Betrieb- und Aufsichtspersonal muß informiert werden. Couragierte Fahrgäste konnten in der Vergangenheit schon Menschen retten, die in den Gleisbereich geraten waren. Das richtige Handeln hängt natürlich von jedem Einzelfall ab.

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