Lokreport

19.03.2007

Kein Fahrkartenverkauf mehr im Regionalzug

Ab 1. April ist das Nachlösen von Tickets im Zug nicht mehr möglich. Jeder Passagier muss vor Fahrtantritt im Besitz eines gültigen Tickets sein.

Das Lösen der Fahrkarte im Zug ist in Zukunft nur noch bedingt möglich. Ab 1. April muss jeder Passagier vor Fahrtantritt ein gültiges Ticket besitzen, denn die Deutsche Bahn in Bayern stellt den Fahrscheinverkauf in Regionalzügen zu diesem Datum ein. Das bedeute nicht, dass die Schaffner (Kundenbetreuer) abgeschafft werden, so DB Regio-Chef Berthold Huber. Die könnten sich dann mehr um Service und Information der Fahrgäste kümmern. 'Wir haben unsere Kunden gefragt, was ihnen wichtig ist, und das waren Information und Sicherheit', erklärt Huber. Da nur ein Prozent aller Fahrkarten im Zug verkauft werden und dies bei S-Bahnen schon lange nicht mehr praktiziert wird, spiele dieser Aspekt eine untergeordnete Rolle. Bislang stellte der Fahrscheinverkauf im Zug einen solchen Zeitaufwand dar, dass der Schaffner kaum vorwärts kam. Und auch beim Nachlösen tauchten immer wieder Probleme auf, weil die Kundenbetreuer dies unterschiedlich regelten. Dies sei für den Kunden unberechenbar gewesen, jetzt gebe es eine einheitliche Lösung, so Huber. Parallel will man zumindest an größeren Bahnhöfen bis Endes des Jahres für verbesserte Automaten sorgen. Die jetzigen sind oft sehr anfällig. Auf die Änderung hingewiesen werden, sollen die Fahrgäste mittels einer Info-Kampagne.

Einzige Ausnahmen, die ein fehlendes Ticket rechtfertigen: Der Automat war defekt, nicht vorhanden oder man konnte keine weiterführenden Fahrscheine kaufen. In diesen Fällen ist es weiterhin möglich, das Ticket im Zug zu kaufen - ohne Aufpreis. Allerdings muss man seine Personalien angeben. Diese werden dann von der Bahn überprüft. Stellt sich heraus, dass der defekte Automat nur als Ausrede benutzt wurde, so werden dem Fahrgast die für Schwarzfahrer üblichen 40 Euro in Rechnung gestellt. 'Das geht über ein Inkasso-Büro', so Huber. Wenn es tatsächlich nicht möglich war, ein Ticket zu kaufen, so muss man sich sofort nach dem Einsteigen beim Schaffner melden.

In der Vergangenheit ist es sehr oft vorgekommen, dass Passagiere, die Möglichkeit des Ticket-Nachlösens zum schwarz fahren genutzt haben: Beliebte Tricks sind, zu schauen, wo der Schaffner ist, und dann am anderen Ende des Zugs einsteigen oder sich im Doppelstockwagen in die andere Etage als der Kundenbetreuer zu begeben. Dem will man nun durch die Abschaffung des Fahrscheinverkaufs im Zug entgegen wirken.

Pro Bahn befürchtet allerdings, dass man einfach weitere Service-Leistung abbauen will. Denn es sind auf Nebenstrecken bereits Züge ohne Schaffner unterwegs. Dies solle allerdings die Ausnahme bleiben, so Huber. '80 Prozent der Kunden außerhalb der S-Bahn werden einen Kundenbetreuer sehen, der Mensch ist uns wichtig', erklärt Huber. Davon ist Norbert Moy von Pro Bahn nicht überzeugt: 'Das ist wieder eine Service-Leistung weniger, und die Kundenbetreuer haben schon viele Aufgaben verloren. Es geht in die Richtung, sie ganz abzuschaffen.' Dem hat Huber entgegen zu setzen, dass der Freistaat im Wettbewerb Bahnstrecken meist nur mit der Vorgabe Kundenbetreuer ausschreibe. Wer das nicht anbiete, habe keine Chance.



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