Lokreport

17.02.2015

Mann stürzt ins Gleisbett

Am Sonntag, 15. Februar 2015, gegen 05:50 Uhr, befand sich ein 31-jähriger Slowene im U-Bahnhof „Theresienwiese'. Aufgrund des stark angetrunkenen Zustandes nahm er die Bahnsteigkante nicht wahr und stürzte ohne Fremdverschulden in den Gleisbereich. Der Sturz des Mannes wurde von einem 76-Jährigen sowie einer 35-jährigen Frau beobachtet. Ohne zu zögern sprangen beide Personen in den Gleisbereich, um dem 31-Jährigen zu helfen.

Leider hatten beide vorher nicht daran gedacht, den Nothalt für das entsprechende Gleis zu betätigen, um die Einfahrt des nächsten U-Bahnzuges zu verhindern. Daher konnte die 51-jährige U-Bahnfahrerin mit ca. 50 km/h ungehindert in den U-Bahnhof einfahren. Nachdem die Fahrerin der U-Bahn die drei Personen im Gleisbereich bemerkte, leitete sie eine Schnellbremsung ein.

Die 35-jährige Ersthelferin konnte sich noch zurück auf den Bahnsteig retten. Der 76-jährige Ersthelfer brachte sich im Fluchtraum des U-Bahngleises in Sicherheit. Dem stark alkoholisierten Slowenen konnte nicht mehr geholfen werden und er wurde von der einfahrenden U-Bahn überrollt. Danach wurde der 31-Jährige schwer verletzt geborgen (Beckenfrakturen, Schürf- und Schnittwunden am gesamten Körper) und zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die U-Bahnfahrerin erlitt einen Schock und wurde vom Kriseninterventionsteam vor Ort betreut. Die beiden Ersthelfer blieben unverletzt. Während der Unfallaufnahme wurden die beiden Gleise im U-Bahnhof für ca. eine Stunde komplett gesperrt. Aufgrund dessen kam es zu Beeinträchtigungen im gesamten U-Bahnverkehr.

'Zum Glück ist die Sache für alle Beteiligten relativ glimpflich ausgegangen - es hätte aber genauso gut 3 Tote geben können', sagt Andreas Nagel, Sprecher der Aktion Münchner Fahrgäste. 'Nach dem bis jetzt relativ guten Verlauf verbietet sich jede Kritik an den unmittelbar Handelnden. Völlig unverständlich ist allerdings, warum man mit der automatischen Gleisbettüberwachung und dem Einbau von Bahnsteigtüren keinen Schritt voran kommt. Irgendwann wird es ein Drama geben, das sich aber vielfach angekündigt hat.'



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