Lokreport

02.12.2015

Siemens liefert 21 vierteilige U-Bahnzüge nach Nürnberg

Die angekündigte Bestellung der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg über 21 U-Bahnen bei Siemens ist nun auch vertraglich wirksam. Der Vertrag beinhaltet zwei Optionen über insgesamt bis zu 13 weitere Fahrzeuge. Die neuen vierteiligen Züge vom Typ G1 sind für den Einsatz auf der Linie U1 vorgesehen. Die Auslieferung ist ab Mitte 2018 geplant. Gebaut werden die U-Bahnen im Siemens-Werk in Wien.


Kernkomponenten des G1 entstehen in der Metropolregion Nürnberg. Aus Nürnberg kommen Fahrzeugkomponenten, wie beispielsweise Antriebsstromrichter, Motoren, Hilfsbetriebsumrichter und Leittechnik. In Erlangen erfolgt das Projektmanagement, die Entwicklung und Servicebetreuung.


„Wir freuen uns, dass wir mit Siemens einen Partner an unserer Seite haben, der nicht nur ein weltweit erfahrener Hersteller von Schienenfahrzeugen ist, sondern auch die Nürnberger Verhältnisse bestens kennt, war Siemens doch Generalunternehmer bei der Automatisierung unserer U-Bahn-Linien U2 und U3“, zeigte sich Michael Richarz, Vorstand Technik und Betrieb bei der VAG, mit dem Ausgang des Vergabeverfahrens zufrieden.

„Mit der VAG verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit. Umso mehr freut es uns, dass wir uns im Verhandlungsverfahren durchsetzen konnten und erneut den Zuschlag für die Lieferung von U-Bahnen erhalten haben. Mit dem G1 erhält die VAG ein Fahrzeug, das auf erprobter Technik basiert und von einem bewährten Team vor Ort entwickelt ist“, sagte Jochen Eickholt, Chef der Bahn-Sparte von Siemens.

Die Linie U1 ist die älteste der drei Nürnberger U-Bahn-Linien und wird konventionell betrieben. Zugleich ist sie die längste und am stärksten frequentierte. Sie führt von Langwasser Süd über Messe, Nürnberg Hauptbahnhof und Plärrer in die Nachbarstadt Fürth bis zum derzeitigen westlichsten Bahnhof Hardhöhe. Sie ist insgesamt 18,5 Kilometer lang und hat 27 Bahnhöfe. Insbesondere bei Großveranstaltungen wie dem Nürnberger Christkindlesmarkt und zu Messezeiten steigen die Nutzerzahlen sprunghaft an. Werktäglich nutzen insbesondere Pendler diese Linie.

Der G1 trägt diesen Anforderungen Rechnung. Der barrierefreie Ein- und Ausstieg wird künftig erleichtert durch breitere Türen mit Schiebetritten zur Spaltüberbrückung zwischen Wagen und Bahnsteig. Die Schiebetritte gibt es bisher nur in den Fahrzeugen auf den automatischen Linien in Nürnberg. Der Fahrgastraum wird durchgängig begehbar sein. Es gibt nur noch zwei Fahrerstände, gegenüber vier bei den bisherigen Nürnberger U-Bahn-Fahrzeugen. Für weitere Einsatzmöglichkeiten werden die Züge für einen vollautomatischen Betrieb vorgerüstet. Hierfür ist beispielsweise der Fahrerstand so konstruiert, dass er einfach entfernt werden kann.

In puncto Umweltfreundlichkeit trägt der G1 dazu bei, die Klimaziele der Stadt Nürnberg zu erreichen. Bei den neuen G1-U-Bahn-Zügen beginnt der Umweltschutz schon in der Produktion. Alle Siemens-Werke sind nach strengsten Umweltrichtlinien zertifiziert. Alle Materialien werden auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft. Das Fahrzeugleergewicht ist geringer und somit auch der Verbrauch von Antriebsenergie. Die beim Bremsen entstehende Energie wird zurückgespeist und in anderen fahrenden Zügen und in den eigenen Hilfsbetrieben z.B. zur Temperierung des Fahrgastraums genutzt. Die in LED-Technik ausgeführte Innen- und Außenbeleuchtung trägt ebenfalls zu einem geringeren Energieverbrauch bei. Am Ende der Lebensdauer der Fahrzeuge beträgt die Recyclingquote 94,5 Prozent.

Insgesamt hat die VAG derzeit 100 Doppeltriebwagen mit Siemens-Technik im Einsatz. Im November 2001 beauftragte der Betreiber Siemens mit der Ausrüstung der U-Bahn-Linien U2 und U3 für den vollautomatischen Betrieb und mit der Lieferung von 30 zweiteiligen automatischen Fahrzeugen vom Typ DT3. Zuletzt erhielt sie ab 2010 zusätzlich 14 Fahrzeuge vom Typ DT3-F für den weiteren Ausbau der U3 und als Ersatz für die ältesten Fahrzeuge vom Typ DT1.

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